Nachlassplanung im Wandel – Herausforderungen für die Praxis

Berechtigung am digitalen Nachlass oder digitale Enterbung?

Michael Isler

Der digitale Nachlass setzt sich aus Social Media-Profilen, Passwörtern, E-Mails und Chatnachrichten, Blogeinträgen, Bildern, Berechtigungsschlüsseln für Kryptowährungen, Fitnesstrackingdaten und vielem anderem mehr zusammen. Es handelt sich um ein Sammelsurium an Informationen, die lediglich eines gemeinsam haben: Sie sind in bits und bytes festgehalten. Das geltende Recht regelt die Berechtigung am digitalen Nachlass – wenn überhaupt – nur fragmentarisch, wobei das in der Verordnung zum Datenschutzgesetz vorgesehene Recht auf Auskunft über die Daten verstorbener Personen von Lehre und Rechtsprechung erst noch als gesetzeswidrig taxiert wird. Die Einführung eines Einsichts- und Löschungsrechts im Entwurf des zu revidierenden Datenschutzgesetzes stösst ebenso auf Widerstand wie erste Ideen für ein eigentumsähnliches Recht an Daten. Selbst wenn die Erben im Wege der Universalsukzession in die Vertragsbeziehungen des Erblassers mit Dienstanbietern eintreten, scheitern Zugriffe an praktischen Hürden, dem Fernmeldegeheimnis oder können in Konflikt geraten mit dem Andenkenschutz, der den Angehörigen zusteht. Der Vortrag beleuchtet mit Blick auf internationale Entwicklungen die Rechtslage in der Schweiz, zeigt anhand von Beispielen auf, welche Lösungen die Digitalwirtschaft bereitstellt, und liefert Handlungsempfehlungen, um einer digitalen Enterbung vorzubeugen.

Treffen Sie Michael Isler an der Erbrecht 2019.